Whistleblowing

aus SecuPedia, der Plattform für Sicherheits-Informationen

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Der Begriff Whistleblowing steht in seiner Bedeutung für Hinweisgebersystem.

In den Blickpunkt der Informationssicherheit hat Whistleblowing die Enhüllungsplattform WikiLeaks gebracht. Publikationen über die Kriege in Afghanistan ("Afghan War Diarys") und Irak ("Iraq War Logs") waren die größte Veröffentlichung von militärischen Dokumenten weltweit. Als Urheber gilt der amerikanische Soldat Bradley Manning. Weitere, in letzter Zeit bekannt gewordene Whistleblower sind der ehemalige NSA-Mitarbeiter Edward Snowden (PRISM) und der pensionierte US-General James Cartwright (Stuxnet).

In Deutschland wurde mit dem Gesetz zur Vorratsdatenspeicherung ein neuer Straftatbestand der "Datenhehlerei" eingeführt. Damit ist die Datenweitergabe von Whistleblowern in Deutschland nur noch dann nicht strafbar, wenn der datenempfangene Journalist "berufsmäßig" handelt. Die Datenweitergabe an "ehrenamtliche" Enthüllungsplattformen ist daher nicht mehr geschützt, auch die Einbeziehung von IT-Experten in diese Arbeit ist gefährdet.

Am 23.04.2018 hat die Europäische Kommission einen Vorschlag für eine Richtlinie des Europäischen Parlaments und des Rates zum Schutz von Personen, die Verstöße gegen das Unionsrecht melden, vorgelegt. Der Vorschlag soll den Angaben zufolge Hinweisgebern („Whistleblowern“), die Verstöße gegen das EU-Recht melden, ein hohes Schutzniveau anhand EU-weiter Mindeststandards bieten.[1]


Bedeutung

Der Begriff Whistleblowing ist im englischen Sprachgebrauch positiv besetzt, in der deutschen Geschichte ist er aber teilweise mit Denunziantentum und Vertrauensmissbrauch belegt. Da es keine Analogie zum Begriff des Whistleblowings im Deutschen gibt, sollte man die verschiedenen Ansätze einzeln betrachten:

Der Begriff kann wissenschaftlich neutral, technisch instrumentalisierend oder in Bezug auf Zivilcourage verwendet werden. Der Bezug auf Zivilcourage, gesellschaftliche Nützlichkeit und öffentliche Interessen ist hilfreich bei dem Versuch, das Thema in der Öffentlichkeit positiv zu besetzen. Andererseits besteht jedoch auch die Gefahr, dass Anforderungen entwickelt werden, die dem Betroffenen im Falle eines Rechtsstreites entgegengehalten werden.

Beispielsweise wurde dem Chaos Computer Club vorgeworfen, durch die Analyse und die Veröffentlichung zum Bundestrojaner das Allgemeinwohl zu gefährden[2].

Im März 2013 hat die österreichische "Zentrale Staatsanwaltschaft zur Verfolgung von Wirtschaftsstrafsachen und Korruption" unter der Webadresse https://www.bkms-system.net/bkwebanon/report/clientInfo?cin=1at21&langu%20%3Cbr%3Eage=ger eine Seite für Whistleblower eingerichtet [3]

In deutschen Unternehmen ist das Instrument der Whistleblowing-Hotline nur wenig bekannt: Bei einer weltweiten Umfrage der Beratungs- und Wirtschaftsprüfungsgesellschaft EY (Ernst & Young) wussten in Deutschland nur sieben Prozent der befragten Manager von einem entsprechendem System in ihrem Unternehmen. Weltweit ist der Anteil mit 21 Prozent drei Mal so hoch[4].


Einzelnachweise

  1. SecuPedia Aktuell: Schutz von Hinweisgebern: Kommission schafft neue, EU-weite Regeln
  2. Bundestrojaner: Strafanzeige gegen den CCC? Mitteldeutsche Zeitung 21.10.2011
  3. http://www.heise.de/newsticker/meldung/Oesterreich-Whistleblower-Website-zur-Korruptionsbekaempfung-1827195.html
  4. SecuPedia Aktuell: Deutsche Manager sehen Korruption auf dem Vormarsch


Weblinks


Siehe auch



Diese Seite wurde zuletzt am 23. April 2018 um 21:41 Uhr von Doris Porwitzki geändert. Basierend auf der Arbeit von Peter Hohl, Oliver Wege, Admin und Markus Albert.

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