Ernsthaftigkeit

aus SecuPedia, der Plattform für Sicherheits-Informationen

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Die Beurteilung der Ernsthaftigkeit in Zusammenhang mit herrenlosen oder bombenverdächtigen Gegenständen sowie Bombendrohungen erfordert eine spezielle Systematik. Gefährdete Objekte/Örtlichkeiten können Flughäfen, Bahnhöfe, Einkaufszentren, Veranstaltungsorte, Bürokomplexe, Fußgängerzonen, Industriegebäude etc. sein, wo sich große Menschenmenge aufhalten können.

Beurteilungssystematik

Für die Gefahrenbeurteilung wird eine bewährte Systematik angewendet, die zur Gefahrenbeseitigung erforderlich ist, häufig ist sie jedoch dem eingesetzten Sicherheitspersonal nicht bekannt. Gerade die Bejahung einer Ernsthaftigkeit hat weitreichende Maßnahmen, wie Erweiterung des Absperrradius, Evakuierungen/Räumungen von Gebäuden sowie Verlagerung der Verkehrsströme, zur Folge.

In jedem Fall erfolgt die Beurteilungsentscheidung durch den Einsatzleiter der zuständigen Bundes- oder Landespolizei.

Diese Systematik gliedert sich in:


A. Allgemeine Lagebeurteilung

1. Einschätzung vor Ort:

  • Beurteilung der äußeren Beschaffenheit des Gegenstands
  • Beurteilung der Örtlichkeit und Umstände des Auffindens
  • Bei Bombendrohung (z.B. telefonisch): Beurteilung der Stimme des Drohers und des Bedrohungstextes

2. Abklärung:

  • Notfallpläne für Objekt, Örtlichkeit vorhanden?
  • Welche Institution hat detaillierte Orts- und Ablaufkenntnisse?
  • Ausreichend Einsatzkräfte stehen zur Verfügung?


B. Besondere Lagebeurteilung

  • Aktuelle Erkenntnisse der Behörden (LKA, BKA, BfV) vorhanden?
  • Erkenntnisse der Security/Sicherheitsdienstes/Werkschutzes vorhanden?
  • Hintergründe bekannt?


C. Entschlussfassung des Entscheidungsträger

  • Ernsthaftigkeit gegeben
  • Ernsthaftigkeit nicht gegeben (ggfls. Weiterbehandlung des Gegenstandes als Fundsache)


Konsequenzen

Bei Annahme der Ernsthaftigkeit werden die

  • Auslösung eines Bombenalarms
  • Anforderung der Entschärferspezialisten
  • Absperrmaßnahmen
  • Räumungen
  • Anforderung weiterer Einsatzkräfte

im Rahmen einer Lagebesprechung vor Ort geplant und entschieden. Weitergehende Entscheidungen der Entschärfer gelten unwiderruflich und müssen befolgt werden.


Siehe auch



Diese Seite wurde zuletzt am 15. Mai 2017 um 10:16 Uhr von Peter Hohl geändert. Basierend auf der Arbeit von Klaus Kapinos.

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