Durchschusshemmende Holzfensterkonstruktion

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Durchschusshemmendes Fenster in C3/SF in Holz (Foto: Haverkamp)

Durchschusshemmende Holzfensterkonstruktionen erreichen eine Durchschusshemmung bis zu FB7/BR7-NS nach DIN EN 1063/1522 (M5/C5-SF nach der früheren DIN 52290), sowie Durchbruchhemmungen bis RC1 bis RC4 nach DIN EN 1627ff. (EF3/ET3 nach den früheren DIN 18054/18103). Sie bestehen aus einer Kombination von Ultraleicht-Verbundsicherheitsgläsern in Opti-White-Qualität, Stahl, Aluminium und Holz und sind nach der Montage unauffällig und für den ungeschulten Betrachter nahezu unsichtbar.

Durchschusshemmende Holzfensterkonstruktionen lassen sich in jede Fassadenoptik integrieren. Rundbögen, Stichbögen, Sprossenfenster, Stulpfenster und ähnliches sind ebenso herzustellen und zu sichern wie Kastenfenster. So lassen sich höchste Sicherheitsanforderungen erfüllen und gleichzeitig Denkmalschutzauflagen berücksichtigen. Da es sich bei dieser Konstruktion um Maßanfertigungen handelt, sind zahlreiche unterschiedliche Holzarten, Farben und Ausführungen (auch mit elektronischen Überwachungsfunktionen) möglich. Diese Spezialsysteme lassen sich zusätzlich in Privathäusern und Firmenniederlassungen ohne funktionale oder optische Einschränkungen integrieren.

Änderungen im Bestand

Wer nachrüsten will oder muss, benötigt übrigens nicht unbedingt immer neue Fensterrahmen. Unter Beschuss erwiesen sich übliche Holzrahmenkonstruktionen aus afrikanischen oder südamerikanischen Harthölzern, die mindestens 2-fach ISO Verglasungen nach den Wärmeschutzbestimmungen von 1995 und neuer tragen können, als resistent gegen 9mm Munition aus Kurzwaffen (mehrfacher Beschuss). Es kommt auf die Dicke der Rahmenhölzer gemessen beim dünnsten Holz der Fensterkonstruktion und die Holzart an. Die Rahmenhölzer verdauten auch VMJ (Vollmantel) und Bleigeschosse aus .45 ACP kalibrigen Waffen. Dazu muss man sagen, dass die Energie der Geschosse 9mm und .45 ACP rechnerisch annähernd gleich ist. Das größere Kaliber gibt beim Aufprall wegen der größeren Fläche unmittelbar mehr Energie in die Hölzer ab, die dem Geschoss dann weiter zum Durchdringen fehlt. Größere Kaliber sind also nicht automatisch immer gefährlicher. Auch .375 Magnum Beschuss (Teilmantel Flachkopf) wurde von unterschiedlichen Rahmenhölzern problemlos aufgehalten. Angriffszenarien mit .44 Magnum Waffen sind wegen der Trefferungenauigkeit sehr unwahrscheinlich und können eigentlich immer vernachlässigt werden, realistischer sind dann Angriffe mit Langwaffen. Aufgrund der üblichen Fensterkonstruktionen können Rahmen allein übrigens meist nicht normgerecht geprüft werden, wenn das vorgeschriebene Trefferdreieck der Prüfnormen von den Abmessungen her größer als die Rahmenkonstruktionen ist. Ein besonderer Sicherheitswert kommt Rahmenkonstruktionen unter bewertenden Aspekten auch nicht zu, da ein Täter kaum versuchen wird einen Raum auf diesem Weg unter Beschuss zu nehmen. Die Erfolgsaussichten wären völlig ungewiss. Wenn man sich bei Maßnahmen zur Beschusshemmung für so genannte Ultraleichtgläser entscheiden kann, stehen die Chancen gut, nur einen Glaswechsel vornehmen zu müssen. Arbeiten mit Staubbelastung können einerseits entfallen, zum anderen auch Eingriffe in Architekturen oder denkmalgeschützte Substanzen.

Siehe auch



Diese Seite wurde zuletzt am 9. Mai 2012 um 17:46 Uhr von Peter Hohl geändert. Basierend auf der Arbeit von Redaktion, Admin und Ulrich Haverkamp.

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