Alarmglas

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Alarmgläser sind Gläser, die aufgrund ihres Aufbaus bei Beschädigung oder Zerstörung ein elektrisches Signal auslösen.

Man unterscheidet im Wesentlichen folgende 4 Arten von Alarmgläsern:

1. Verbundsicherheitsgläser, bei denen in die PVB-Folie ein feiner, jedoch sichtbarer Draht, eingeworfen wurde (Alarmdrahteinlage). Bei Beschädigung der Scheibe und Zerreißen des Drahtes wird der Alarm ausgelöst. Es wird unterschieden zwischen dem Flächenanschluss, wobei sich die Anschluss-Buchsen raumseitig in der sichtbaren Scheibenfläche befinden, und dem Randanschluss, bei dem sich die Anschlusslitzen im Falzbereich befinden. Die Anschlusspunkte (Drahtenden) sollten immer oben angeordnet sein. Diese Art von Alarm-Verbundglas kann bis zur Durchwurfhemmung von P2A nach DIN EN 356 mit Hilfe spezieller Alarm-Sicherheitsfolien auch nachträglich aus bereits installiertem Normalglas hergestellt werden.

2. Einscheiben-Sicherheitsgläser, bei denen in der oberen Ecke der Scheibe eine elektrische Leiterschleife eingebrannt wurde. Bei Zerstörung wird durch das Bruchbild dieser vorgespannten Gläser die Schleife unterbrochen und der Alarm ausgelöst. Kombinationen als Verbundsicherheitsglas und mit Isoliergläsern sind möglich.

3. Glasscheiben, auf denen Glasbruchmelder aufgesetzt sind. Passive Glasbruchmelder erfassen zur Alarmauslösung die durch einen Glasbruch hervorgerufenen Schwingungen, aktive Glasbruchmelder die durch einen Glasbruch veränderte Körperschall-Leitfähigkeit der Verglasung. Verbundsicherheitsgläser oder folienbeschichtete Glasscheiben sind für Glasbruchmelder überwiegend nicht geeignet.

Rechts: Alarmglas mit Alarmschleife, links Alarmglas ohne sichtbaren Alarmdraht (Bild: SGT GmbH) aus Peter Fasold: "Elektronische Überwachung - Überfall- und Einbruchmeldeanlagen"

4. Einscheibensicherheitsglas (ESG) mit einer flächendeckend aufgebrachten, elektrisch leitenden Schicht sowie zwei Messpunkten im unsichtbaren Bereich. Zerspringt das Glas durch Gewalteinwirkung wird wie bei der Alarmschleife der Stromkreis unterbrochen und Alarm ausgelöst. Das Glas kommt ohne sichtbare Alarmspinne und ohne Aussparung der Beschichtung an der Außenscheibe aus.[1]


Alarmglas ohne sichtbare Drähte werden bevorzugt eingesetzt, wo es neben der Sicherheit auch auf die Optik ankommt.

Alarmgläser mit auf der ganzen Fläche sichtbar eingelegtem Metalldraht haben häufig auf Täter eine abschreckende Wirkung.


Besondere Installationshinweise

  • Der Drahtabstand soll dem Zweck entsprechend gewählt werden. Bei Juwelier-Schaufenstern darf er beispielsweise höchstens 20 mm betragen, damit zwischen den Drähten kein Loch gebohrt werden kann, durch welches Schmuckstücke entwendet werden können.
  • Alle Anschlüsse von Alarmgläsern müssen auf der Innenseite ausgeführt werden.
  • Alle Anschlüsse von Alarmgeräten müssen auf der Raumseite und im Glasfalz immer oben oder seitlich liegen, um Einwirkungen durch Feuchtigkeit im Glasfalz auszuschließen.
  • Die Leitungsführung darf die wasserführende Ebene und die Dränage nicht behindern.
  • Zu Wartungszwecken sollte der Anschluss von der Glaseinheit zu einer Revisionsöffnung verlaufen.
  • Die Leiterkabel an der Glaseimheit sollten nicht länger als 20 cm sein, um Beschädigungen beim Transport zu vermeiden.


Einzelnachweis

  1. Quelle: Peter Fasold: "Elektronische Überwachung" - Überfall- und Einbruchmeldeanlagen


Siehe auch




Diese Seite wurde zuletzt am 4. Oktober 2017 um 17:25 Uhr von Peter Hohl geändert. Basierend auf der Arbeit von Peter Fasold, Admin, Dieter Balkow und Christoph Schmalt.

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