20 Jahre DNA-Analyse-Datei: Mehr als 200.000 Treffer führten zu konkreten Täterhinweisen

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Quelle: BKA
Veröffentlicht von SecuPedia-Redaktion am 16. April 2018.

Wiesbaden, 16.04.2018 –  Am 17. April 1998 wurde im Bundeskriminalamt der Startschuss für die Speicherung von DNA-Mustern in der DNA-Analyse-Datei gegeben. Sie ist seither „ein unverzichtbares Mittel zur Kriminalitätsbekämpfung und aus dem Alltag der Polizei nicht mehr wegzudenken“, berichtet das BKA anlässlich 20 Jahre  DNA-Analyse-Datei und informiert über Erfolge, die durch die zentrale Speicherung und des dadurch möglichen Abgleichs von Daten aus ganz Deutschland bei der Aufklärung von Straftaten erzielt werden konnten. So wurden in den vergangenen 20 Jahren nach Angaben des BKA insgesamt über 260.000 bestätigte Treffer in der DNA-Analyse-Datei erzielt. Davon konnten in über 210.000 Fällen konkrete Täterhinweise zu offenen Tatortspuren an die Ermittlungsdienststellen weitergegeben werden, heißt es.

Aktuell sind in der DNA-Analyse-Datei laut BKA-Angaben knapp 1,2 Millionen DNA-Muster gespeichert. Darunter fallen rund 868.000 DNA-Muster bekannter Straftäter und etwa 327.000 Spurenmuster aus noch ungeklärten Straftaten.

Insbesondere bei Tötungsdelikten leiste die DNA-Analyse gute Dienste. Wenige Tage würden ausreichen, um das Spurenmaterial zu untersuchen und mit den im BKA zentral gespeicherten Daten zu vergleichen. Ein bekanntes Beispiel hierfür sei der Mord an dem Münchner Modedesigner Rudolph Moshammer aus dem Jahr 2005: Dank der DNA-Analyse und dem darauffolgenden Abgleich sei es den Ermittlern gelungen, den Täter in einem Zeitraum von nur zwei Tagen zu identifizieren und festzunehmen, berichtet das BKA.

Das BKA sei an der Entwicklung zahlreicher Analysestandards – national als auch international – beteiligt. Denn es hoste nicht nur zentral die Datenbank, sondern verfüge auch über ein eigenes DNA-Labor. Dort werden den Angaben zufolge Spuren aus BKA-Ermittlungsverfahren untersucht, zum Beispiel aus dem Bereich der Organisierten Kriminalität oder dem Polizeilichen Staatsschutz, aber auch Analysen für weitere Ermittlungsbehörden des Bundes durchgeführt. Darüber hinaus engagiere sich das BKA international in Forschungsverbünden, um die Analysemethoden weiter zu verfeinern.

Parallel zu den Fortschritten in der DNA-Analyse sei in den vergangenen 20 Jahren auch die DNA-Analyse-Datei weiterentwickelt worden. Das letzte große „Update“ sei im Jahr 2010 erfolgt. Dabei sei die Anwenderfreundlichkeit verbessert worden. „Seitdem sind für die Anwender der Polizeien des Bundes und der Länder alle Funktionalitäten der Expertendatei mit wenigen Klicks erreichbar“, so das BKA.

Darüber hinaus engagiere sich das Bundeskriminalamt für den internationalen DNA-Datenaustausch. „Dieser begann vor etwa zehn Jahren und hat in seiner Bedeutung mit der nationalen DNA-Analyse-Datei gleichgezogen. Durch diese internationale Zusammenarbeit von mittlerweile 20 EU-Staaten wurden zehntausende Treffer erzielt und Straftaten aufgeklärt, die ohne diese Kooperation größtenteils unentdeckt geblieben wären“, teilte die Behörde mit.

Quelle: BKA-Pressemitteilung
 

Zum Link für weitere Informationen zur DNA-Analyse-Datei und zu Statistiken hier

 

 

 

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